Essen, den 11.09.2024.
Der Dachverband FairWertung hat angesichts der sich verschärfenden Krise am Markt für Alttextilien in einem offenen Brief an den Deutschen Städte- und Gemeindebund die Umsetzung kurzfristig wirksamer Maßnahmen zur Stabilisierung gemeinnütziger Sammlungsstrukturen gefordert. „Die Krise am Markt für Alttextilien lässt eine kostendeckende Sammlung für gemeinnützige Zwecke faktisch nicht mehr zu“, beschreibt Thomas Ahlmann, Geschäftsführer des Dachverband FairWertung e.V., die dramatische Lage. Die kommende Einführung eines Systems der erweiterten Produktverantwortung begrüße man zwar als wichtiges Instrument zur Finanzierung von Sammlung und Behandlung von Textilien, diese komme aber letztlich zu spät. “Wir brauchen jetzt kurzfristige Maßnahmen, die die gemeinnützigen Sammlungen stützen und die damit verbundenen sozialen Projekte absichern.” Ansonsten drohe der Kollaps der gemeinnützigen Sammlungsstrukturen, so Ahlmann. Mit dem offenen Brief möchte der Dachverband FairWertung auf die Gefährdung dieser Strukturen aufmerksam machen und eine Diskussion anstoßen.
(kurzfristige) Maßnahmen zur Stärkung gemeinnütziger Sammler
Entsprechend fordert FairWertung Kommunen, Landkreise und öffentlich-rechtliche Entsorger auf, kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Sicherung der gemeinnützigen Sammlungsstruktur in Deutschland zu ergreifen. Unter anderem nennt das Netzwerk:
- Aussetzung von Stellplatzgebühren für gemeinnützige Sammlungen,
- Aussetzung von Vergütungen, die im Rahmen von Konzessions- oder Vergabeverfahren mit gemeinnützigen Sammlern vereinbart wurden,
- kostenlose Entsorgung von Fremd- und Störstoffen sowie Beistellungen beim öffentlich-rechtlichen Entsorger sowie ggfs. Übernahme der Sauberhaltung der Müllinseln oder Stellplötze durch den öffentlich-rechtlichen Entsorger und
- kostenlose Übernahme von Überschüssen aus sozialen Einrichtungen der lokalen Wiederverwendung durch den öffentlich-rechtlichen Entsorger.
Die aktuelle Krise am Markt für Alttextilien trägt allerdings deutliche Kennzeichen einer strukturellen Krise. Daher wird es mittel- und langfristig weiterer Maßnahmen und Regulierungen bedürfen, wenn eine textile Kreislaufwirtschaft tatsächlich umgesetzt werden soll.
Die PDF mit dem offenen Brief finden sie hier.