Textilkonsum auf Rekordhoch – Gemeinnützige Kleidersammler warnen vor dramatischen Folgen
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Essen, 26.03.2025 – Der Textilkonsum in Europa hat einen historischen Höchststand erreicht: 19 Kilogramm Kleidung und Textilien pro Person wurden 2022 in der EU gekauft. Was auf den ersten Blick nach wirtschaftlichem Aufschwung klingt, stellt gemeinnützige Kleidersammler vor massive Herausforderungen. Billig produzierte Kleidung, sinkende Qualität der Spenden und steigende Entsorgungskosten gefährden soziale Projekte und die ökologische Kreislaufwirtschaft. Der Dachverband FairWertung fordert ein entschlossenes Umdenken – bei Politik, Industrie und Verbraucher*innen.

Der Konsum von Kleidung, Schuhen und Textilien in Europa hat ein neues Rekordniveau erreicht – mit weitreichenden Folgen. 19 Kilogramm Textilien pro Kopf wurden 2022 laut Europäischer Umweltagentur in der EU gekauft – zwei Kilo mehr als noch 2019.

Was nach wirtschaftlicher Kaufkraft klingt, bringt gemeinnützige Organisationen, die Altkleider sammeln, zunehmend an ihre Grenzen.

Die Kehrseite des Konsumrekords: Gemeinnützige Sammler unter Druck

In Deutschland ist die Kleiderspende ein fester Bestandteil sozialer und ökologischer Kreisläufe. Über 150 Organisationen im Netzwerk FairWertung sammeln Kleidung, um durch deren Weiterverwertung soziale Projekte zu finanzieren. Doch:

  • Die Qualität der Spenden sinkt kontinuierlich.

  • Immer mehr Fast Fashion mit extrem kurzer Lebensdauer landet in den Containern – getragen, aber kaum verwertbar.

  • Sortier- und Entsorgungskosten steigen, während der Wiederverkaufswert drastisch sinkt.

„Wer ein neues Kleidungsstück für unter zehn Euro kaufen kann, zahlt für Secondhand kaum noch etwas – oder spendet nur, was nicht mehr tragbar ist“, erklärt Thomas Ahlmann, Geschäftsführer des Dachverbands FairWertung.

Was bedeutet das konkret?

  • Ultra-Fast-Fashion mit schlechter Materialqualität dominiert viele Sammlungen.

  • Verkaufbare Spenden werden seltener, was die Finanzierung karitativer Projekte gefährdet.

  • Die Kreislaufwirtschaft gerät ins Stocken, obwohl gerade sie als Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit gilt.

FairWertung fordert: Politisches und gesellschaftliches Umdenken nötig

Um die Kleiderspende als ökologische und soziale Säule zu erhalten, braucht es ein Umsteuern auf mehreren Ebenen:

  • Politik: Förderung langlebiger Textilien und klare Regeln für nachhaltige Produktion

  • Industrie: Verantwortung für Qualität und Kreislauffähigkeit übernehmen

  • Verbraucher*innen: bewusster konsumieren, hochwertiger spenden.

Ansprechpartner Presse

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Thomas Ahlmann
Geschäftsführung
Tel. 0201-621067
Mail: info@fairwertung.de

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