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Blindenverein warnt vor dubioser Altkleidersammlung

In Sachsen tauchen immer wieder Sammelzettel auf, die zu einer Kleidersammlung zu Gunsten des Sächsischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (BSVS) aufrufen. Doch der Verein weiß davon nichts. Der BSVS distanziert sich von diesen Sammlungen.

Sachsen Wie mehrere Zeitungen übereinstimmend berichten tauchen seit einem Jahr in Sachsen immer wieder Handzettel in den Briefkästen auf, die zu einer Altkleider- und Altgerätespende zu Gunsten des Sächsischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (BSVS). Tatsächlich weiß man beim BSVS aber nichts von diesen Sammlungen. Die Selbsthilfeorganisation, die sich für eine ungehinderte Teilhabe speziell für sehbehinderte Menschen einsetzt, sammelt selbst keine Gebrauchsgegenstände und hat auch keinem Sammler dazu beauftragt oder eine Genehmigung zur Nutzung des Namens erteilt. „Es ärgert uns sehr, dass Menschen hier für dumm verkauft werden sollen, die eigentlich unsere Arbeit unterstützen möchten“, sagt Frau Tschanter, stellvertretende Vorsitzende der Bautzener Kreisorganisation des BSVS. Der Verein sammle ausschließlich Geldspenden und das auf ordentliche transparente Art und Weise, betont Frau Tschanter. Die dreiste Masche des dubiosen Kleidersammlers erschwert das Einwerben nun erheblich.

Leider ist der Fall des BSVS kein Einzelfall. Immer wieder geben dubiose Geschäftemacher ihrer Sammlung einen vermeintlich gemeinnützigen Anschein, um so an aussortierte Textilien zu gelangen. Dazu werden wohlklingende Namen und Symbole genutzt oder es wird ordentlich auf die Tränendrüse gedrückt. Dass der Name eines tatsächlich aktiven Vereins ohne Genehmigung missbraucht wird, ist dabei eine besonders dreiste Masche. Was mit den Textilien geschieht, die in einer solchen Sammlung landen, und wer tatsächlich hinter der Sammlung steht bleibt dabei im Dunklen.

Verbraucher, denen solch ein zweifelhafter Spendenaufruf auffällt, sollten den Aufruf ignorieren und stattdessen Nachbarn und vor allem die zuständigen Behörden (Ordnungsamt oder Untere Abfallbehörde) informieren. Denn in der Regel liegt zudem ein Verstoß gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) vor, dass eine Anzeige einer Sammlung bei den Behörden vorsieht. Liegt diese nicht vor, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die von den Behörden zu verfolgen ist.

Darüber hinaus sollten Verbraucher*innen seriöse Sammlungen unterstützen. Wer gezielt gemeinnützige Sammlungen unterstützen möchte, findet die Abgabestellen der FairWertung-Organisationen in der „Standortabfrage“:0

i 22.05.2018