„Im ersten Halbjahr hat sich der Markt für Alttextilien deutlich abgekühlt. Diese Entwicklung hatte sich bereits Ende des letzten Jahres angedeutet. Vor allem die anhaltend hohen Sammelmengen, die steigenden Kosten in der Erfassung, Logistik und Sortierung sowie der stockende Absatz von sortierter Ware setzen den Markt immer weiter unter Druck. In der Folge sind die Erlöse für angebotene Sammelware im ersten Halbjahr drastisch gesunken und bestehende Vereinbarungen auf breiter Front nach unten korrigiert worden. Während Originalsammelware aus bestehenden Verträgen (noch) stabil und verlässlich übernommen wird, ist vorsortierte Ware immer schwieriger zu platzieren. Bei einigen großen kommunalen Ausschreibungen gab es zuletzt bereits keine Gebote.
Sämtliche Marktteilnehmer schauen nun auf die Entwicklung über die Sommermonate. Eine in den vergangenen Jahren üblicher saisonaler Rückgang der Sammelmengen über die Ferienzeit könnte ein wenig Druck aus dem Markt nehmen und die (aktuell sehr vollen) Läger der Sortierbetriebe leeren. Zudem bleibt zu hoffen, dass die aktuell herrschenden Liquiditäts- und Devisenengpässe in manchen Abnahmemärkten abschwächen, so dass die Vermarktung von sortierter Ware zum Spätsommer wieder anspringt. Im Umkehrfall droht eine weitere Verschärfung der Krise am Markt.
FairWertung hat als Reaktion auf die Entwicklung den Austausch mit den gewerblichen Partnern intensiviert. In persönlichen Terminen hat FW für die besondere Stellung der Partner geworben. Dabei versicherten die Sortierer durchgängig, dass Vereinbarungen mit FW-Organisationen aktuell nicht zur Disposition stünden und „FW-Partner, wenn es hart auf hart kommen sollte, grundsätzlich privilegiert“ werden würden. FairWertung wird den Markt in den kommenden Monaten besonders eng begleiten und die Organisationen des Netzwerkes frühzeitig und regelmäßig über die weiteren Entwicklungen informieren. Zudem steht die Geschäftsstelle jederzeit für einen bilateralen Austausch und Beratung zur Verfügung.“