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Entwarnung für Gebrauchtkleiderexporte?

Wirken die Gebrauchtkleider aus Europa und den USA in afrikanischen Ländern eher als Jobkiller oder als Jobmaschine? Wie wird die Gebrauchtkleidung in den afrikanischen Importländern selbst gesehen und beurteilt? Diesen kontrovers diskutierten Fragen ist der Dachverband FairWertung in seinem vom Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) geförderten zweijährigen "Dialogprogramm Gebrauchtkleidung in Afrika" nachgegangen. Die Ergebnisse des Programms wurden auf einer Fachtagung im Juni 2005 vorgestellt und liegen jetzt als Dokumentation vor. Die Dokumentation führt zunächst in die Strukturen des internationalen Gebrauchtkleiderhandels ein und informiert über aktuelle Entwicklungen. Welchen Weg nimmt die Gebrauchtkleidung, nachdem sie bei uns eingesammelt wurde? Wo wird sie sortiert und wie kommt sie nach Afrika? In einem zweiten Beitrag wird der Frage nachgegangen, welche Probleme und Perspektiven sich für Textilproduzenten in Afrika südlich der Sahara abzeichnen und welchen Einfluss Gebrauchtkleidung auf die industrielle Fertigung von Textilien und Bekleidung hat. Den Schwerpunkt der Dokumentation bilden fünf Beiträge zum Thema Gebrauchtkleidung in Afrika. Zwei Autoren aus Tansania und Kamerun beschreiben die Situation im Bekleidungssektor und die Rolle der Gebrauchtkleidung in ihrem Land. In einem weiteren Beitrag werden die Ergebnisse des Dialogprogramms ausführlich vorgestellt. Dabei werden die in den Gesprächen und Recherchen gesammelten Informationen über die unterschiedlichen Aspekte der Gebrauchtkleidung aus Sicht der Konsumenten ausführlich dargestellt. Außerdem werden die dortige industrielle Textil- und Bekleidungsfertigung sowie das traditionelle Schneiderhandwerk beschrieben. Insgesamt liefert die Dokumentation viele neue Detail-informationen rund um das Thema Gebrauchtkleidung und Gebrauchtkleiderhandel. Sie regt an, Gebrauchtkleiderexporte unter einer erweiterten Perspektive zu betrachten und will die Diskussion über die Auswirkungen von Gebrauchtkleiderexporten neu beleben. Die Dokumentation umfasst 68 Seiten und kann über die Materialseite bestellt werden.

i 16.02.2006