Am Donnerstag, den 20. Februar 2025, fand die Abschlusskonferenz der „Zukunftstage Altkleiderspende“ im Deutschen Architektur Zentrum (DAZ) in Berlin statt. Die Veranstaltung markierte den Höhepunkt der bundesweiten Veranstaltungsreihe, die vom Umweltbundesamt und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert wurde. Vertreter*innen gemeinnütziger Alttextilsammler, der Textil- und Recyclingbranche sowie der Politik diskutierten die zukünftigen Rahmenbedingungen der Kleiderspende im Kontext einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.
Politische Einblicke: Aktuelle Entscheidungen aus Brüssel
Nach der Eröffnung durch Anton Vaas (Erster Vorsitzender FairWertung e.V.) gab Dr. Silke Karcher, Ministerialdirigentin im BMUV, exklusive Einblicke in den aktuellen Stand der Trilogverhandlungen zur EU-Textilstrategie. Sie betonte die Bedeutung einer Eerweiterten Herstellerverantwortung für Textilien, die europaweit verbindliche Vorgaben für Produktion, Sammlung und Recycling setzen soll. Besonders hob sie die Herausforderungen und Chancen der neuen Regelungen für die Branche und die Politik hervor, die in Brüssel derzeit zwischen EU-Parlament, Kommission und Mitgliedstaaten verhandelt werden.
Die Ministerialdirigentin unterstrich die Notwendigkeit, gemeinnützige Sammler als zentrale Akteure in der Kreislaufwirtschaft zu stärken. Sie sprach sich dafür aus, bestehende Strukturen zu erhalten und weiterzuentwickeln, um die soziale und ökologische Nachhaltigkeit der Textilentsorgung sicherzustellen.
Fachvorträge zur Erweiterter Herstellerverantwortung in der Kreislaufwirtschaft
In seiner Keynote beleuchtete Thomas Ahlmann (Geschäftsführer FairWertung) die Rolle gemeinnütziger Sammler in einer Kreislaufwirtschaft mit Erweiterter Produktverantwortung. Nicole Kösegi, Beraterin für Kreislaufwirtschaft, stellte europäische Umsetzungsbeispiele für erweiterte Produktverantwortung vor, während Olaf Dechow (Otto Group) die Perspektive eines Inverkehrbringers auf die neuen regulatorischen Anforderungen skizzierte.
Europäische Perspektiven und technologische Innovationen
Neva Nahtigal (RREUSE) ordnete die EU-Gesetzgebung aus sozialer Sicht ein und betonte die Rolle sozialwirtschaftlicher Akteure bei der Umsetzung einer nachhaltigen Textilstrategie. Anschließend präsentierte Sabrina Mauter (Hochschule Niederrhein) den aktuellen Stand und Herausforderungen des Textilrecyclings, bevor Mario Osterwalder (reverse.fashion GmbH) über die Zukunft der Sortierung durch Automatisierung und Künstliche Intelligenz sprach.
Weichenstellung für die Zukunft
Mit der Abschlusskonferenz wurden die Erkenntnisse der Veranstaltungsreihe zusammengeführt und zentrale Zukunftsfragen diskutiert. Die Teilnehmer*innen waren sich einig, dass eine konsequente Umsetzung der Kreislaufwirtschaft im Textilsektor notwendig ist – mit klaren politischen Rahmenbedingungen, technologischen Innovationen und einer starken Einbindung gemeinnütziger Sammler.
Die „Zukunftstage Altkleiderspende“ haben einen wichtigen Beitrag zur Debatte um nachhaltige Textilverwertung geleistet und Impulse für die Weiterentwicklung der Branche gesetzt. Sie haben gezeigt, wie wichtig Vernetzung und Austausch der einzelnen Akteure ist, denn eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist nur gemeinsam umsetzbar!