FAQ Altkleiderspenden

Die nachfolgenden Antworten auf häufig gestellte Fragen sollen Verbraucher_innen dabei helfen die Hintergründe und Zusammenhänge des Altkleidermarktes besser zu verstehen und gezielt aussortierte Bekleidung abgeben zu können.

In die Kleidersammlung gehört modische und gut erhaltene Kleidungstücke. Außerdem Schuhe, Mützen und Hüte, Accessoires und Schals sowie Bettwäsche und Tischdecken.

Alle Sachen sollten sauber und möglichst gewaschen sein; die Schuhe bitte paarweise zusammenbinden.

Nicht in die Kleidersammlung gehören nasse, stark verschmutzte, sehr alte oder stark beschädigte Kleidung oder Wäsche, abgetragene Schuhe, einzelne Schuhe sowie Ski- und Schlittschuhe.

Bei der Abgabe in einem Sozialkaufhaus oder einer Kleiderkammer

Sozialkaufhäuser und Kleiderkammern benötigen für Ihre Arbeit vor Ort gut erhaltene Textilien, die direkt weitergegeben werden können. Schadhafte, kaputte oder stark verdreckte Textilien helfen den Einrichtungen nicht; im Gegenteil: solche Textilien verursachen unnötige Kosten und sollten daher nicht in einem Laden abgegeben werden.

Am besten ist es, wenn Sie gut erhaltene, modische Textilien entsprechend der Jahreszeit spenden. Also ab Spätsommer gerne Herbst- und Winterbekleidung und Sommersachen im Frühjahr.

Gemeinnützige Organisationen geben über Kleiderkammern und Sozialkaufhäuser gebrauchte Textilien weiter. Die Menge der in Deutschland in Kleidersammlungen gegebenen Mengen übersteigt den Bedarf allerdings um ein Vielfaches. Daher ist es nicht verwerflich, wenn auch Textilien aus gemeinnützigen Kleidersammlungen (Läden oder Straßen-/Containersammlungen) weiterverkauft werden.

So wird die Kleiderspende zur Geldspende!

Die Einnahmen aus dem Verkauf der Altkleider werden wiederum für den Unterhalt der Läden, die Beschäftigung von Mitarbeitenden oder andere soziale Projekte eingesetzt.

Deshalb gilt in jedem Fall: Mit jedem Kleidungsstück, das Sie an einen gemeinnützigen FairWertung- Sammler geben, unterstützen Sie soziale Arbeit und/oder helfen, Geld für Programme und Projekte zu erwirtschaften.

Angesichts der großen Mengen, die jedes Jahr in die Altkleidersammlungen gegeben werden, ist es unrealistisch, dass alle Textilien hier vor Ort weitergegeben werden können.

Daher werden alle Kleidungsstücke, die keine Verwendung in den Kleiderläden/-kammern finden, und der weit überwiegende Teil der in Containern gesammelten Textilien werden an Textilverwertungsfirmen verkauft. Bei tatsächlich gemeinnützigen Sammlungen wird die Warenspende zur Geldspende!

Sortierung per Hand für den Secondhand-Markt

Die Firmen sortieren alle Textilien noch einmal per Hand. Gut erhaltene Sachen (etwa 50 %) werden
als Secondhand-Kleidung z.B. nach Osteuropa, Afrika oder in den Mittleren Osten verkauft. Denn dort suchen viele Menschen preiswerte Bekleidung von guter Qualität. Ein kleiner Teil landet in Secondhand-Läden in Westeuropa.

So landet auch Kleidung, für die der/die Besitzer*in keine Verwendung mehr hat, am Ende doch bei jemandem, der sie gut gebrauchen kann.

Altkleidersammlung sind ökologisch sinnvoll

Nur stark abgetragene, zerschlissene oder völlig unmoderne Kleidungsstücke werden später von spezialisierten Betrieben zu Putzlappen geschnitten oder zu Rohstoffen verarbeitet. Dies ist dann auch die ökologisch sinnvollste Verwendung.

Insgesamt können bei einer hochwertigen stofflichen Verwertung ca. 90 Prozent der Textilien noch einer weiteren Verwendung zugeführt werden.

Oftmals ist es schwer zu erkennen, wer hinter einer Sammlung steht und wer davon profitiert. Daher ist das Zeichen FairWertung auf Altkleidercontainern oder Sammelaufrufen eine gute Orientierungshilfe für alle, die gezielt gemeinnützige Zwecke mit ihren aussortierten Textilien unterstützen möchten.

Oftmals ist es schwer zu erkennen, wer hinter einer Sammlung steht und wer davon profitiert. Daher ist das Zeichen FairWertung auf Altkleidercontainer oder Sammelaufrufen eine gute Orientierungshilfe für alle, die gezielt gemeinnützige Zwecke mit ihren aussortierten Textilien unterstützen möchten.

Ungenehmigte Container

Denn vielerorts sind Container ohne Genehmigung aufgestellt. Sie stehen häufig auf Grünstreifen, an Straßenecken, auf Parkplätzen oder unbebauten Grundstücken.

In der Regel sind keine nachprüfbaren Kontaktdaten angegeben. Seriöse Sammler geben sich aber immer mit vollständigen Kontaktdaten zu erkennen und sind für Rückfragen zu erreichein.


Vorsicht auch bei Sammlungen mit Wäschekörben oder Sammeltonnen!


Die Behälter werden ungefragt vor Haustüren und auf Bürgersteigen abgestellt und innerhalb von ein oder zwei Tagen wieder abgeholt. Häufig soll dabei ein wohltätig klingender Vereinsname den Eindruck erwecken, die gesammelten Textilien kämen ausschließlich sozialen Projekten zugute.

Bei diesen Sammlungen liegt in fast allen Fällen ein Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb vor. Denn hier wird mit vermeintlich sozialen Zwecken geworben, in Wahrheit geht es den Sammlern aber um den privaten Profit.

Das Zeichen FairWertung ist die Orientierungshilfe für Verbraucher*innen, die gezielt gemeinnützige Sammler unterstützen möchten. Der Dachverband FairWertung selbst ist ein bundesweiter Zusammenschluss gemeinnütziger Organisationen, die Kleidersammlungen nach hohen Standards durchführen.

Das Zeichen FairWertung ist die Orientierungshilfe für Verbraucher*innen, die gezielt gemeinnützige Sammler unterstützen möchten.

Der Dachverband FairWertung selbst ist ein bundesweiter Zusammenschluss gemeinnütziger Organisationen, die Kleidersammlungen nach hohen Standards durchführen.

Standards für Fairness und Transparenz

FairWertung sorgt mit seinem Verhaltenskodex für mehr Durchblick und Fairness beim Sammeln und Verwerten von Gebrauchtkleidung. Der Kodex bildet einen verbindlichen Regelungsrahmen – vom Einsammeln bis zur Sortierung der Textilien.

So lehnen FairWertung-Partner u. a. die Überlassung ihres Namens oder Logos an gewerbliche Sammler ab. In der Öffentlichkeitsarbeit informieren sie wahrheitsgemäß über die Verwendung der Sachspenden. Darüber hinaus definiert der Kodex ökologische und soziale Kriterien für die Sortierung und Verwertung
der Sachspenden bei den Abenehmerbetrieben.

FairWertung teilt die pauschale Kritik am weltweiten Altkleiderhandel nicht.

Gefragte Kleidung und Einkommen

In vielen afrikanischen Ländern ist Secondhand-Kleidung weit verbreitet. Denn für viele Menschen ist sie eine gute Möglichkeit, gute Kleidung zu einem bezahlbaren Preis zu bekommen. Hinzu kommt, dass viele Menschen, insbesondere Frauen und Jugendliche, vom Handel mit gebrauchter Kleidung oder dem Umarbeiten von Kleidung leben.
Darauf machen mehrere Studien aus verschiedenen Ländern aufmerksam.

 

Neuware aus Asien

Die ebenfalls auf den Märkten angebotene Neukleidung kommt überwiegend aus Asien und nicht aus heimischer Produktion. Daher würde selbst bei einer Einschränkung des Handels mit Secondhand-Kleidung nicht (automatisch) eine einheimische Bekleidungsproduktion in afrikanischen Ländern entstehen. Denn dafür ist außerdem eine verlässliche Infrastruktur nötig.

Hilfslieferungen sind nur sinnvoll, wenn gezielt und dauerhaft Unterstützung für einen verlässlichen Partner geleistet wird. Ein Allheilmittel können sie allerdings nicht sein.

Hilfe in Krisensituationen

Außerdem kann es sinnvoll sein, in akuten Krisensituationen mit Kleidung auszuhelfen.
Dabei muss aber sehr genau darauf geachtet werden, dass nicht Textilien verschickt werden, die ungeeignet sind oder gar nicht benötigt werden. Dazu ist viel Erfahrung in der Sortierung und dem Transport nötig. Letztlich können Hilfslieferungen aber nicht die weltweite Armut beseitigen.

Hilfslieferungen sind teuer

Außerdem muss jeder Hilfstransport auch irgendwie bezahlt werden. Denn das Einsammeln, Sortieren und Verpacken der Textilien in Deutschland sowie der Transport sind mit viel Arbeit und
Kosten verbunden.

Nein! Denn gebrauchte Kleidung ist ein weltweit gefragter Artikel. Gut erhaltene, modische Kleidungsstücke werden daher in keinem Fall geschreddert.

Minderwertige Textilien werden zu Putzlappen oder Rohstoffen

Nur stark abgetragene, zerschlissene oder völlig unmoderne Kleidungsstücke werden später von spezialisierten Betrieben zu Putzlappen geschnitten oder zu Rohstoffen verarbeitet. Dies ist dann auch die ökologisch sinnvollste Verwendung.

Irreführende Aussagen auf Sammlungen

Manche Sammler werben mit dem Satz: „Ihre Kleidung kommt nicht in den Reißwolf, sondern wird weiter getragen“. Das ist irreführend, weil es den Eindruck erweckt, dass andere Sammler Kleidung einfach schreddern. Gut erhaltene Textilien finden in jedem Fall als Secondhand-Kleidung weitere Verwendung.