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Pressemitteilung: Spendenbereitschaft in der Flüchtlingshilfe ausgenutzt - FairWertung warnt vor Trittbrettfahrern

Essen, 09.11.2015 Die große Spendenbereitschaft bei Textilien für Flüchtlinge wird auch von Trittbrettfahrern gezielt ausgenutzt. Das stellt der Dachverband FairWertung, ein Zusammenschluss gemeinnütziger Gebrauchtkleidersammler, fest. „Wir beobachten mit Sorge, dass teilweise Sammler mit der Spendenbereitschaft für Flüchtlinge Kasse machen wollen“, sagt Andreas Voget, Geschäftsführer des Dachverbandes FairWertung in Essen. Dabei geben die Sammler vor, die gesammelten Textilien an Initiativen oder Organisationen in der Flüchtlingshilfe weiterzugeben. Tatsächlich kommt aber entweder nur ein sehr geringer Teil oder gar keine Bekleidung dort an. “Wer gezielt Flüchtlinge unterstützen möchte, sollte daher Textilien nur direkt bei den jeweiligen Einrichtungen oder Organisationen abgeben und dabei bedarfsgerecht spenden.“ rät Andreas Voget.

FairWertung sind inzwischen mehrere Fälle bekannt, in denen in Spendenaufrufen damit geworben wurde, dass die gesammelte Bekleidung an Flüchtlinge weitergegeben wird. Tatsächlich profitierten aber wohl eher die Geldbeutel der jeweiligen Sammler. In einem Fall warb ein Verein damit, jeden Monat eine Tonne Textilien und Gebrauchtwaren an eine gemeinnützige Organisation weiterzugegeben, die sich in den letzten Monaten vor Ort einen Namen in der Flüchtlingsarbeit gemacht hatte. Allerdings wusste die angeblich unterstützte Organisation selbst nichts von einer derartigen Kooperation. Vielmehr konnten lediglich zwei Spendenübergaben innerhalb eines Jahres nachvollzogen werden. Eine davon enthielt gar keine Gebrauchtkleidung.

In einem weiteren Fall appelliert aktuell ein Sammler in den sozialen Medien mit dem Slogan „Helfen mit Herz“ an die Bundesbürger. Laut Facebook-Seite sollen die gesammelten Textilien „bedarfsgerecht an Flüchtlinge“ in Deutschland verteilt oder per Hilfsgüterlieferung in die Türkei oder Griechenland transportiert werden. Dabei wird auf der Facebookseite das Logo einer bekannten kirchlichen Organisation abgebildet und so eine Zusammenarbeit suggeriert; ohne dass diese tatsächlich besteht. Eine Nachfrage direkt beim Sammler ist allerdings kaum möglich. Denn die Seite selbst gibt keinerlei Auskunft darüber, wer eigentlich hinter dem Spendenaufruf steht. Der angegebene Impressumlink führt ins Nichts und als Kontaktmöglichkeit dient lediglich eine E-Mailadresse. Es muss daher vermutet werden, dass es sich um einen gewerblichen Sammler handelt „Wenn nicht ersichtlich ist, wer hinter einer Sammlung steht und zeitgleich mächtig auf die Tränendrüse gedrückt wird, raten wir dringend von einer Unterstützung ab “, warnt Voget.

Juristisch ist in solchen Fällen der Tatbestand der unlauteren Werbung erfüllt. „Abgesehen vom rechtlichen Aspekt schaden solch schwarze Schafe den gemeinnützigen Sammlern. Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung wird schamlos ausgenutzt, tatsächlich verschwindet die Bekleidung in anderen Kanälen.“ resümiert Voget.

Hier können Sie die Pressemitteilung als .pdf herunterladen.

i 26.11.2015