Pressemitteilungen

Pressemitteilung: Kundenbindung im grünen Gewand - Sammlungen bei Modeketten

Mehrere Textilhersteller und Einzelhandelsfirmen bieten mittlerweile ihren Kunden an, gebrauchte Kleidung in ihren Filialen anzunehmen und mit Rabatten beim nächsten Einkauf zu vergüten. Dabei werben die Unternehmen insbesondere damit, dass so die Müllberge verkleinert und das Recycling gefördert würde.

„Rücknahmesysteme von Textilherstellern und Handelsketten sind in erster Linie ein Marketinginstrument, um Kunden an sich zu binden und damit den Absatz der eigenen Neutextilien anzukurbeln“ erläutert Andreas Voget, Geschäftsführer des Dachverbandes FairWertung e.V.

Was zunächst nach innovativem Umweltengagement von Textilherstellern aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eine Werbeaktion zur Umsatzsteigerung und Imagepflege. „Rücknahmesysteme geben vor, den Müllberg verkleinern zu wollen, animieren aber die Kunden durch Rabattaktionen zum Kauf weiterer Kleidung. Das ist ein Widerspruch in sich“ erklärt Voget. Aus Sicht von FairWertung wäre es ökologisch sinnvoller, wenn stattdessen hochwertige und langlebige Textilien hergestellt würden, die länger getragen werden können.

Denn tatsächlich landen jährlich bereits mehr als 750.000 Tonnen Gebrauchttextilen in Kleidersammlungen. „Einen Zusatznutzen für die Umwelt leisten neue Rücknahmesysteme im Vergleich zu den bestehenden ordentlichen Sammlungen nicht.“ hebt Voget hervor. So sorgen die FairWertungs-Organisationen seit langem dafür, dass die von ihnen gesammelte Kleidung Stück für Stück ordentlich sortiert und ihrer Qualität entsprechend als Secondhand-Kleidung oder Rohstoff weiter verwertet werden, betont der Geschäftsführer.

Rücknahmesysteme von Textilherstellern sind eine neue Form von gewerblicher Kleidersamm-lung in einem heiß umkämpften Markt. Die Abnehmer der gesammelten Textilien sind Firmen aus der Alttextilbranche, die sich auch angesichts zunehmender Sammelaktivitäten von Kommu-nen neue Lieferketten erschließen möchten.

In Deutschland gibt es allerdings eine lange Tradition, mit Gebrauchtkleidung soziale Einrichtungen und gemeinnützige Zwecke zu unterstützen. Das gezielte Abgeben ausrangierter Textilien in die Sammlungen gemeinnütziger FairWertung-Organisationen ist dafür eine gute Möglichkeit. Vielfach werden damit auch Beschäftigungsmöglichkeiten der Träger gefördert. Die Organisationen sind am Zeichen FairWertung auf Sammelbeuteln, Containern und Internetseiten zu erkennen.

Die Pressemitteilung des Dachverband FairWertung können Sie hier als PDF-Datei heruntergeladen werden.

i 22.02.2013