Aktuelle Meldung

Gewinne aus Containersammlungen vielfach zu hoch angesetzt

In den letzten Wochen sind in verschiedenen Medien Artikel mit Zahlen über Sammelmengen, Umsätzen und vermeintliche Gewinnen von Containersammlungen erschienen. So wurde – basierend auf einem Urteil des OVG NRW aus dem Jahr 2013 – u.a. berichtet, dass mit einem Container ein jährlicher Gewinn von 5.000 Euro zu erzielen sei.

Diese Zahl ist von Altkleidersammlern und -verwerten sowie von FairWertung bereits damals kritisiert und als unrealistisch hoch zurückgewiesen worden. Das Gericht hatte zur Ermittlung eines Streitwertes lediglich eine grobe Berechnung durchgeführt und stützte sich dabei auf drei Presseveröffentlichungen bezüglich Marktpreis pro Tonne, Sammelmenge in Deutschland und Schätzungen über die Anzahl der Container.

In einem aktuellen Branchenartikel von August 2016 wurde zudem fälschlicherweise auch FairWertung die Äußerung zugeschrieben, dass „1.000 bis höchstens 2.000 Euro“ Gewinn pro Container und Jahr zu erzielen sei. Diese Äußerung wurde von FairWertung nie getätigt, da auch diese Angabe als viel zu hoch erscheint.

Offensichtlich wurden bei allen Veröffentlichungen die mit Containersammlungen verbundenen Kosten (z.B. für die Anschaffung, die Entleerung, und Verwaltung der Behälter ) außer acht gelassen. Es ist außerdem fraglich, ob nicht auch Umsatz mit Gewinn gleichgesetzt bzw. verwechselt wurde.

Leider entsteht dadurch in der Öffentlichkeit ein vollkommen verzerrtes Bild über die Einnahmen aus (gemeinnützigen) Altkleidersammlungen. Der Gewinn pro Container und Jahr ist demnach nämlich deutlich niedriger anzusetzen und variiert aufgrund unterschiedlicher Stellplatzgebühren und Kostenstrukturen zum Teil erheblich.
Tatsächlich betragen die bei einem gemeinnützigen Sammler verbleibenden Einnahmen pro Container und Jahr (deutlich) weniger als 500 Euro.

i 25.08.2016