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Ambivalente Hilfslieferungen

Anders als der Export von kommerziell gehandelter Secondhand-Kleidung haben Hilfstransporte bei uns ein durchweg positives Image. Schließlich helfen sie Menschen, die in wirtschaftlich armen Verhältnissen leben oder durch klimatische Ereignisse in Not geraten sind. Viele Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbände und Initiativen organisieren Hilfslieferungen nach Osteuropa, Afrika oder Südamerika. Die gesammelte Kleidung geht meist an Partnerorganisationen, welche die Sachen kostenlos an Bedürftige verteilen oder vor Ort verkaufen, um damit Einnahmen für ihre Arbeit zu erwirtschaften. Auch Hilfslieferungen wirken sich daher erheblich auf Märkte, Arbeitsplätze und die Kultur der Einfuhrländer aus.

Hilfslieferungen genau abstimmen

Da die Hilfsorganisationen nicht miteinander vernetzt sind, weiß niemand, wie viel Kleidung auf diesem Weg exportiert wird. Vermutlich aber sind es große Mengen, die jedes Jahr allein aus Deutschland auf den Weg gebracht werden. Doch gut gemeint bedeutet nicht automatisch gut: Denn häufig entspricht die Kleidung nicht den Bedürfnissen der Menschen vor Ort - weder von ihrer Qualität, noch klimatisch oder kulturell. Wenig bedacht wird auch der tatsächliche Marktwert einer Hilfslieferung im Empfängerland. Werden Hilfsgüter zollfrei eingeführt, dann aber verkauft, verzerrt dies die lokalen Markt- und Handelsstruktur. Aus diesen Gründen sollte jede Hilfslieferungen mit der Partnerorganisation gut abgestimmt sein. So ließen sich Konflikte, einseitige Abhängigkeiten und Kosten vermeiden.