Der FairWertung "Verhaltenskodex für gemeinnützige Kleidersammlungen"

Der Dachverband hat die bisherigen FairWertung-Standards zu einem „Verhaltenskodex für gemeinnützige Kleidersammlungen“ weiter entwickelt. FairWertung setzt mit dem Kodex eine neue „Benchmark“ und formuliert damit umfassende ökologische und soziale Standards für den Alttextilmarkt – von der Sammlung bis in den Sortierbetrieb.

Von den Standards zum Verhaltenskodex für Sammler und Sortierbetriebe

Seit über 20 Jahren setzt sich der Dachverband FairWertung für einen verantwortlichen Umgang mit Altkleidern und mehr Transparenz beim Sammeln und Verwerten ein. Dazu hat FairWertung bereits früh Standards für das Sammeln und Vermarkten von Textilien erarbeitet und umgesetzt. Die inhaltlichen Grundlagen und Richtlinien des Dachverbandes FairWertung waren bisher im Dokument „Selbstverständnis und Arbeitsweise“ zusammengefasst.
Im Netzwerk FairWertung haben sich mittlerweile 130 Organisationen freiwillig auf die Einhaltung dieser Standards verpflichtet. Zudem konnten vertragliche und organisatorische Rahmenbedingungen mit gewerblichen Sortierbetrieben etabliert werden, die es ermöglichen, den Weg der gesammelten Textilien und ihre Sortierung bzw. Verwertung zu verfolgen. FairWertung war daher bereits in der Vergangenheit die bundesweit einzige Organisation der Altkleiderbranche, die den Warenfluss kontinuierlich überprüft und mit Hilfe von externen Prüfern kontrolliert hat.

Die Artikel des neuen Verhaltenskodex

Der Kodex führt nun die bisherigen Standards für Sammelorganisationen einerseits und die Vermarktungskriterien für Sortierbetriebe andererseits in einem Kriterienkatalog zusammen. Sieben Artikeln definieren einen verbindlichen Regelungsrahmen - vom Einsammeln der Textilien bis zu ihrer Wiederverwendung oder stofflichen Verwertung durch Sortierbetriebe. FairWertung-Organisationen setzen damit Transparenz bei der Sammlung einerseits und Verantwortlichkeit für die textile Kette bis in den Sortierbetrieb andererseits konkret um. Sie heben sich damit auch von anderen Sammlern ab, deren einziges und maßgebliches Kriterium der Erlös ist, den sie mit Kleidersammlungen erzielen.

Der Kern des Konzepts FairWertung bleibt aber weiterhin die gemeinnützige Verwendung der Textilien oder der Erlöse aus dem Verkauf. Damit ist das Zeichen FairWertung auf Sammelaufrufen, Containern oder in Schaufenstern von Kleiderläden auch künftig die Orientierungshilfe für alle, die sicher gehen wollen, dass ihre aussortierte Kleidung gemeinnützigen Zwecken zugute kommt. Die FairWertung-Partner bekennen sich weiterhin zum eigenverantwortlichen Sammeln und lehnen die teilweise immer noch praktizierte Logoüberlassung an gewerbliche Sammler konsequent ab. In der Öffentlichkeitsarbeit verpflichten sie sich, wahrheitsgemäß über die Verwendung der Sachspenden zu informieren und irreführende Formulierungen zu unterlassen. Darüber hinaus definiert der Kodex ökologische und soziale Standards für die Sortierung und Vermarktung.

Die Verwertung der Textilien erfolgt über Betriebe, die eine hochwertige Sortierung durchführen und damit sicherstellen, dass ein möglichst hoher Anteil an Textilien als Secondhand-Kleidung wieder verwendet werden kann und auch minderwertige Textilien stofflich verwertet werden. Der Verkauf von Textilien über Händlerketten ohne stichhaltige und nachprüfbare Informationen über den weiteren Verbleib bzw. den abnehmenden Sortierbetrieb ist damit weiterhin ausgeschlossen.

Daneben greift der Kodex die wesentlichen Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) auf, die soziale Mindeststandards für die Beschäftigten definieren. FairWertung etabliert damit explizit soziale Standards entlang der Kette - vom Sammler bis in die Sortierbetriebe.

Überprüfung durch unabhängige Auditoren

Ein Kodex ist allerdings nur dann wirkungsvoll, wenn gleichzeitig geregelt wird, wie seine Einhaltung überprüft wird. Zukünftig werden bei den größten Sammelorganisationen sowie den Sortierbetrieben, die sich vertraglich auf den Kodex verpflichtet haben und regelmäßig Textilien von FairWertung-Organisationen aufkaufen, externe Audits auf der Basis des Verhaltenskodex durchgeführt. Diese Überprüfung wird unabhängig von FairWertung durch einen Auditor durchgeführt.

Insgesamt setzt der FairWertung-Kodex einen neuen Standard am Markt – und die angeschlossenen Organisationen bekennen sich öffentlich zu Verantwortlichkeit und Transparenz - den zentralen Werten des Dachverbandes.

Dieser Artikel ist im Magazin Brauchbar 2017 erschienen

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